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„Die Israelis sind die Nazis von heute“

Diese Verunglimpfung Israels ist an Bösartigkeit, Unfairness und faktischem Unsinn kaum zu überbieten, weil sie 1. den Israelis unterstellt, sie würden (wie die Deutschen damals die europäischen Juden) Palästinenser in Massen ermorden, 2. die Nachkommen vieler Holocaustüberlebender damit auf eine Stufe gestellt werden mit den (zumeist) deutschen Nazi-Massenmördern, welche oft bis auf einzelne Überlebende ganze Großfamilien von heutigen Soldaten der israelischen Armee ermordet haben. Schon bei Punkt 3. wurde klar, dass die Ursache des Nahostkonflikts mitnichten eine einseitige Kriegserklärung Israels an die Palästinenser ist, auch die große Zahl von getöteten israelischen Zivilisten bei palästinensischen Selbstmordattentaten (alleine über 1000 zwischen den Jahren 2000 und 2004) und Messerattacken sollte den Nichtkenner vor einem voreiligen Urteil abhalten.

Antisemitismus wegen Ausschwitz: der „sekundäre Antisemitismus“

Seltsam ist aber, dass es gerade in Deutschland starke Impulse aus der Gesellschaft gibt, den Israelis trotz nicht vorhandener Beweise gezielte Tötungen von unschuldigen Palästinensern und deswegen eine besondere Nähe zur Nazi-Ideologie vorzuwerfen. Die Wissenschaft spricht vom „sekundären Antisemitismus“, dem Antisemitismus wegen Auschwitz. Er entspringt einem deutschen Entschuldungsdrang nach der kranken Logik: je größer die Israel zugeschriebenen Verbrechen, desto kleiner erscheint die deutsche Schuld im Holocaust. Sich ein besseres Gefühl zu verschaffen, indem man die Nachfahren der wenigen überlebenden europäischen Juden ausgerechnet als Nazis beschimpft, ist an Unaufrichtig- und Ekelhaftigkeit nur schwer zu überbieten. 

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