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"Ein Palästina vom Fluss bis an das Meer"

Der Kampf gegen Israel ist ein fester Bestandteil des arabischen und muslimischen Antisemitismus. Selbst wenn arabische Staaten untereinander Kriege führen, sich die verschiedenen muslimischen Strömungen in den Bürgerkriegen in Syrien und im Irak bekämpfen, auf eine Sache können sie sich einigen: dass Israel das Böse in der Welt verkörpert und seine Zerstörung wünschenswert ist. Unter dem Schlachtruf: „Wir werden die Juden ins Meer treiben!“ wurde Israel mehrmals von seinen arabischen Nachbarstaaten angegriffen. Schon am Tag seiner Staatsgründung am 14. Mai 1948 wurde Israel gleichzeitig von Ägypten, Jordanien, Libanon, dem Irak und Syrien angegriffen mit dem Ziel, den gerade erst gegründeten Staat zu zerstören und seine jüdische Bevölkerung zu ermorden oder zu vertreiben. Ähnliches geschah 1967 („6-Tage-Krieg“) und 1973 („Jom-Kippur-Krieg“).

Free Palestine!- Das wollten auch die Nazis…

Die nationalsozialistische deutsche Regierung unterstützte arabische Terrorgruppen, die Anschläge gegen jüdische Siedlungen und Bürger Palästinas begingen (worunter auch viele Araber litten, die moderatere Positionen gegenüber der jüdischen Selbstverwaltung hatten), auch schon lange VOR der Staatsgründung Israels. Insbesondere die radikalen arabischen Einheiten des Opens external link in new windowGroßmufti von Jerusalem, Amin Al-Husseini (damals der geistige und politische Führer der palästinensischen Muslime) wurden mit Waffen und Geld unterstützt. Al-Husseini residierte von 1941 bis 1945 auf Einladung der Nazis in Berlin, er verbreitete (u.a. mit einer Radio-Show) Nazi-Propaganda in der arabischen Welt und baute eine muslimische SS-Division auf. Er war ein fanatischer Antisemit, der über die Ermordung der europäischen Juden in den Konzentrationslagern bestens informiert war, dies befürwortete und auch alle in Palästina lebenden Juden ermorden wollte.

Arabischer Terror gegen Juden- Nicht erst seit der Besatzung

Eines der grausamsten Massaker an Juden vor der Staatsgründung Israels ereignete sich 1929 in Hebron, wo 67 jüdische Bürger vom arabischen Mob ermordet wurden. Viele der Familien der Ermordeten hatten schon seit Jahrhunderten dort gelebt. Heute tragen vor allem die Regierungen mehrerer Golfstaaten und des Iran sowie die eng mit Iran kooperierenden Terrororganisationen der Hamas und der Hisbollah den bewaffneten Kampf gegen Israel. In der Opens external link in new windowCharta der Hamas wird in Artikel 6 das Ziel erklärt, Israel zu vernichten und eine islamische Herrschaft in Palästina zu errichten. In Artikel 7 ruft die Hamas zur Tötung aller Juden weltweit auf. Dieser extreme und auf Vernichtung aller Juden weltweit abzielende Antisemitismus ist es, der sich hinter dem eingängigen Spruch „Ein Palästina vom Fluss bis an die See“ verbirgt. Es geht dabei zwar auch um die Gründung eines palästinensischen Staates, vor allem aber um die Zerstörung Israels. Inhaltlich dazu identisch ist das Zeigen von Landkarten, die den Nahen Osten ohne Israel zeigen; zum Beispiel in palästinensischen Schulbüchern, die auch von der EU und Deutschland bezuschusst werden.

Terror gegen Israel- Beifall aus Europa

Wer denkt, dass man Sprüche wie „Ein Palästina vom Fluss bis an das Meer“ oder Ähnliches nur in Kreisen arabischer Extremistengruppen vernimmt, der täuscht sich. Auch in Kreisen europäischer „Friedensbewegter“ erfreut er sich großer Beliebtheit. Er fehlte zum Beispiel nur auf wenigen der „Friedensdemonstrationen“ anlässlich des Gazakrieges im Sommer 2014. Im Mai 2011 trat die Bundestagsabgeordnete Inge Höger öffentlich mit einem Schal auf, der eine Landkarte des Nahen Ostens ohne Israel zeigte. „Friedensbewegte“ schreiben wir hier in Anführungszeichen, weil sie sich nicht für eine für beide Seiten annehmbare Lösung einsetzen (ohne die es keinen Frieden geben kann), sondern eindeutig die Position radikaler Palästinensergruppen einnehmen oder zumindest verteidigen und damit einen dauerhaften Frieden erschweren.

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Weiterführende Informationen

Links

Michael Sontheimer auf Spiegel Geschichte, 2009

Matthias Küntzel, 2002

Buchtipp

Martin Cüppers, Klaus-Michael Mallmann (Hg.): Halbmond und Hakenkreuz (2006)

Matthias Küntzel: Djihad und Judenhass (2002)