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„Kindermörder Israel“

Dieser Schlachtruf, zu hören auf vielen antiisraelischen Demonstrationen auf der ganzen Welt, unterstellt den Israelis, Palästinenser und insbesondere palästinensische Kinder planmäßig und absichtlich zu ermorden. In den Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Terrororganisationen und israelischer Armee kommen immer wieder auch palästinensische Kinder ums Leben. Richtig ist jedoch auch, dass die israelische Armee große Anstrengungen unternimmt, das Leben der palästinensischen Zivilisten zu schützen. Dies unter anderem durch die frühzeitige Bekanntgabe per Flugblättern oder Telefonanrufen, welche Gebäude wann bombardiert werden, obwohl sich dadurch natürlich auch Terroristen in Sicherheit bringen können. Dies mag für die Betroffenen kein Trost sein, die Behauptung des planmäßigen Mordes palästinensischer Zivilisten und noch dazu Kinder ist jedoch faktisch falsch.

„Ritualmordlegenden 2.0“ oder: „Der Israeli ist schuld!“

Warum wird diese Anklage aber trotzdem immer wieder erhoben und was wird durch sie eigentlich bezweckt? Die einfache wie traurige Antwort lautet: bei dem Ruf „Kindermörder Israel“ handelt es sich um eine moderne Auflage der mittelalterlichen Ritualmordlegende (siehe Punkt 6.). Wie die klassischen Ritualmordlegenden wäre sie durch Recherche und die Gegenüberstellung der Fakten leicht zu widerlegen. Dies passiert aber nicht: die Anklage wird sofort erhoben, in die Welt hinaus posaunt und nicht mehr revidiert. Das Urteil wird schon vor der Verhandlung gefällt, durch die Voreingenommenheit der Richter nämlich. Der Zweck ist denn auch wie bei der klassischen Ritualmordlegende nicht die Aufklärung einer Straftat, sondern das Aufwiegeln des Mobs und die Legitimierung der Gewalt gegen Israelis. Ein besonders anschauliches Beispiel ist das vom Opens external link in new windowangeblichen Mord an dem palästinensischen Jungen Mohammad Al Durah im Jahre 2000 (hier ein Opens external link in new windowDokumentarfilm dazu).

Die Ritualmordlegende vom gefährdeten Tempelberg

Auch die Israel 2015 überziehende Terrorwelle mit oftmals tödlichen Messerangriffen auf israelische Bürger und Soldaten wird durch eine moderne Ritualmordlegende befeuert. Wenn in diesem Falle auch kein angeblicher Mord als Motiv für die Gewalt vorliegt, Funktion und Verbreitung sind identisch: als Ursache für die Angriffe wird immer wieder der angebliche Plan der israelischen Regierung angeführt, sie wolle die muslimische Selbstverwaltung des Tempelberges einschränken und Juden den ungehinderten Zugang zu diesem eröffnen. An dieser Behauptung wird festgehalten, obwohl die israelische Regierung keinerlei Schritte in diese Richtung unternommen hat. Ein ähnliches Gerücht wurde schon 1929 (also lange vor der Staatsgründung Israels) als Auslöser und Rechtfertigung zum arabischen Massaker an 67 Juden in Hebron ins Feld geführt. Diese Ritualmordlegende ist also keineswegs neu. Über den Hintergrund mehrerer tödlicher, sich gegen Juden richtende Anschläge schreibt Opens external link in new windowSpiegelOnline am 19.11.2015: „Als ein Auslöser der Gewaltwelle gilt ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist.“ Auch ein Opens external link in new windowZeitOnline-Artikel wiederholt fast wortgleich die Mär vom angeblich gefährdeten Tempelberg („Palästinenser kritisieren, dass die Israelis ihnen den Zugang verweigern und fordern mehr Rechte zur Nutzung“), was die Morde verharmlost und die moderne Ritualmordlegende in den Rang eines nachvollziehbaren Nachbarschaftsstreit hebt.

„Israelkritik“ als Einkommensquelle: Welcome to „Pallywood“

Es ist nicht zu leugnen, dass westliche ebenso wie arabische Medien Nachrichten über israelische Menschenrechtsverletzungen begierig aufsaugen und ungeprüft verbreiten. In den palästinensischen Gebieten hat sich darauf fußend ein eigener Medienzweig gebildet: Opens external link in new window„Pallywood“. Oft werden zum Beispiel auf palästinensischen Demonstrationen nahe der Grenze israelische Soldaten gezielt und im Beisein von Journalisten angegriffen, diese Angriffe aber nicht durch die anwesenden Kameras dokumentiert. Erst wenn die israelischen Soldaten die angeblich friedlichen Demos gewaltsam räumen, wird gefilmt und das Material als Beweis für das unverhältnismäßige Vorgehen des israelischen Militärs verwendet. Tuvia Tenenbom hat, als Deutscher getarnt, eine solche gestellte „Pallywood“-Demo besucht und seine Erfahrungen im Buch „Allein unter Juden“ geschildert (Seite 439-451). 

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Weiterführende Information

Links

Opens external link in new windowDas Kind, der Tod und die Wahrheit.
Dokumentarfilm von Esther Schapira und Georg M. Hafner über den Fall Mohammed Al-Durah und die Erziehung zum Israelhass, Hessischer Rundfunk, März 2009

Opens external link in new windowWas geschah mit Mohammad Al Durah?
Interview mit Esther Schapira über den Fall Mohammed Al-Durah und mediale Inszenierung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, März 2009

Opens external link in new windowPallywood
Die Ritualmordlegende ist also keineswegs neu. Über den Hintergrund Wikipedia.

Opens external link in new windowPallywood- die Kulissen des Terrors
Lizas Welt, 2015

Pallywood – According to Palestinian Sources:

Videodokumentation gestellter Szenen, Youtube, Englisch