Für ein würdiges Gedenken an Samuel Yeboah

Wiederanbringung der Gedenktafel am Saarlouiser Rathaus
Gemeinsame Postkartenaktion von Aktion 3.Welt Saar e.V. und Saarländischem Flüchtlingsrat e.V.

„30 Jahre lang leugnete die Stadt Saarlouis den rassistischen Charakter des Mordes an Samuel Yeboah. Das war Teil des saarländischen Staatsversagens. Dies änderte sich erst durch den Staatsschutzprozess vor dem OLG Koblenz, der am 9. Oktober 2023 zu einer Verurteilung eines Saarlouiser Neonazis wegen des Mordes an Samuel Yeboah führte“, erklärt Roland Röder im Namen der Aktion 3.Welt Saar. „Allerdings betreibt die Stadt Saarlouis heute ein ‚Erinnern ohne Vergangenheit‘ und leugnet ihr eigenes Leugnen. Wir erwarten, dass die Stadt ihre jahrzehntelange Ignoranz gegenüber diesem rassistischen Verbrechen endlich aufarbeitet und die richtigen Konsequenzen zieht.“  

Aktion 3.Welt Saar und Saarländischer Flüchtlingsrat starten deshalb eine Postkartenaktion für ein würdiges Gedenken an Samuel Yeboah. Die Postkarte liegt am 27. April dem Saarlouiser Teil der Saarbrücker Zeitung bei und wird auf der 1.Mai-Demo in Saarbrücken und anderen Veranstaltungen verteilt. Beide Organisationen fordern die Wiederanbringung einer Sandstein-Gedenktafel, die bereits 2001 zum 10. Jahrestag der Ermordung von Samuel Yeboah während einer Gedenkkundgebung am Saarlouiser Rathaus angebracht wurde. Doch der damalige Saarlouiser OB Hans-Joachim Fontaine (CDU) ließ die Tafel noch am selben Tag entfernen.

„30 Jahre lang gab es in Saarlouis dieses kalte Vergessen. Das betrifft nicht nur Samuel Yeboah, der ein Bürger dieser Stadt war, sondern auch die zwanzig Überlebenden des Brandanschlages, von denen einige noch im Landkreis Saarlouis wohnen“, so Ursula Quack vom Saarländischen Flüchtlingsrat e.V. „So zeigte sich die Missachtung der Überlebenden auch bei der ersten offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt Saarlouis für Samuel Yeboah im September 2023. Sie wurden erst gar nicht eingeladen. Für uns ist das ein weiterer Beleg für die Defizite in der Auseinandersetzung mit Rassismus und rechtem Terror in Saarlouis und im Saarland.“

Aktion 3.Welt Saar und Saarländischer Flüchtlingsrat erwarten vom zukünftigen Oberbürgermeister der Stadt Saarlouis – vermutlich Florian Schäfer (SPD) oder Marc Speicher (CDU) - , dass die Sandstein-Gedenktafel wieder am Saarlouiser Rathaus oder an einer anderen prominenten Stelle in der Innenstadt angebracht wird. Die Zeit dafür ist reif.


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