Richtig, wegen Corona wieder auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten – sich und seine Mitmenschen schützen

Deutsche Umwelthilfe benutzt Pandemie, um moralinsauren „Brot statt Böller“ Aufruf mit Corona Argumenten zu wiederholen

Feuerwerk

Pressemitteilung der Aktion 3.Welt Saar:
27. Dezember 2021 / Nr. 18

„Brot statt Böller“-Aufruf bleibt lustfeindlich und appelliert an das schlechte Gewissen

Wir finden das Verbot von Silvesterfeuerwerk und von Silvesterpartys richtig. Aber wir wehren uns gegen die moralinsaure und lustfeindliche pauschale Ablehnung des Feuerwerks durch die Deutsche Umwelthilfe. Sie benutzt die Pandemie lediglich dazu, ihren alten „Brot statt Böller“-Aufruf jetzt eben mit Corona-Argumenten zu wiederholen“, so Alex Feuerherdt von der Aktion 3.Welt Saar e.V.. Das Feuerwerk als Teil von Silvesterpartys erhöht das Risiko der Corona-Ausbreitung durch die damit verbundenen Ansammlungen von Menschen. Hinzu kommt die stärkere Belastung von Krankenhäusern, vor allem durch jene, die sich und andere beim unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern verletzen. „Von daher ist der Böllerverzicht eine vernünftige Entscheidung und dient dem eigenen Schutz und dem Schutz seiner Mitmenschen“, so Feuerherdt. Seitens der Aktion 3.Welt Saar e.V. haben wir in den letzten Jahren den Aufruf „Brot statt Böller“ abgelehnt, weil er an das schlechte Gewissen appellierte. Stattdessen haben wir für „Brot UND Böller“ plädiert. „Wenn die Pandemie vorbei ist, müssen auch wieder Silvesterfeuerwerke erlaubt sein. Feiern kann keine Sünde sein und zum Wesen des Menschen gehört in allen Kulturen das Feiern, der Rausch, die Verausgabung - für manche eben auch die Freude am Feuerwerk“, so Feuerherdt. Dass Menschen hungern, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt, liegt an deren Verteilung und an der Verwendung als Viehfutter. Hunger ist kein Schicksal, sondern wird gemacht.

Der bisherige „Brot statt Böller“-Aufruf unterschied zwischen guten und bösen Feuerwerken und setzte erst dann ein, wenn ‚die breite Masse‘ an Silvester Raketen zündete. Nicht kritisiert wurden die Feuerwerke der Besserbetuchten, beispielsweise nach Klassik-Open-Air-Konzerten oder das Feuerwerk bei der offiziellen Feier am Vorabend des Jahrestages der französischen Revolution in Saarbrücken. Dort und bei gestalteten Feuerwerken wie „Rhein in Flammen“ und der Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk wurde die Forderung nach ‚Brot statt Böller’ nicht erhoben. „Hier wurde mit doppelten Standards gemessen, weshalb die Kritik nicht besser wird, wenn sie an die aktuelle Corona-Situation gekoppelt wird“, so Feuerherdt.

Der jahrelang unterstellte Zusammenhang zwischen dem Silvesterfeuerwerk sowie Hunger und Armut in der Welt existierte nie. Genauso gut hätte man aufrufen können zu ‚Brot statt Auto‘, „Brot statt Jogginganzüge‘, ‚Brot statt Weihnachtsbäume‘, oder ‚Brot statt Bücher‘. „Der Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität führt ins Leere, wenn er mit einer Leidensmiene und dem moralischen Zeigefinger einher geht“, meint Feuerherdt.

Hintergrundinformationen:
Die Aktion 3.Welt Saar e.V. ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet und ihren Sitz im Saarland hat. www.a3wsaar.de , mail@a3wsaar.de, facebook: a3wsaar, twitter: @a3wsaar

https://de.wikipedia.org/wiki/Brot_statt_B%C3%B6ller

 


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