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Aktuelles

Fairer Handel – Eine bessere Welt ist nicht im Ladenregal käuflich

Gewerkschaft NGG und Aktion 3.Welt Saar e.V. unterstützen CDU und SPD Initiative für ein faires Bundesland Saarland – aber bitte ohne die gewerkschaftsfeindliche Politik von Transfair e.V.

Veröffentlicht am 13.09.2017

"taz. die tageszeitung" und die "Saarbrücker Zeitung" greifen die Kritik an der Gewerkschaftsfeindlichkeit von Transfair auf:

 Opens external link in new window"Dem Saarland zu ungerecht - Fairtrade-Alarm an der Saar: Müssen bald auch in Süddeutschland faire Löhne gezahlt werden?", taz vom 16.10.2017, von Hermannus Pfeifer

Opens external link in new windowDie Saarbrücker Zeitung am 27.12.17

                 

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG - 12.09.2017

Aktion 3.Welt Saar e.V. und Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten

„Wir begrüßen die Absicht von CDU und SPD, das Saarland zum Fair-Handels-Bundesland zu entwickeln, sind aber dafür, dass dies ohne die Siegelorganisation Transfair e.V. geschieht.“ So bewertet Ingrid Röder von der Aktion 3.Welt Saar e.V. (A3WS) in einer gemeinsamen Erklärung mit der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ Region Saar (NGG) den aktuellen Koalitionsvertrag  von CDU und SPD.

Ein Teil der Fair-Handels-Akteure, allen voran Transfair e.V., die das gleichnamige Fair-Trade-Siegel vergibt, verhält sich seit vielen Jahren offen gewerkschaftsfeindlich und neoliberal. Für die NGG und die A3WS ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass die CDU/SPD Koalitionsregierung im Saarland ankündigt, das Saarland zu einem „fairen Bundesland“ zu machen, ohne auch nur mit einem Wort auf die Einhaltung gewerkschaftlicher Standards im fairen Handel einzugehen. Stattdessen sollte die Zusammenarbeit mit Fair-Handels-Organisationen wie zum Beispiel El Puente GmbH oder der kirchlich geprägten gepa gesucht werden. Jessica Reckler von der NGG Region Saar erklärt dazu:„Soziale Gerechtigkeit und das Eintreten für gewerkschaftliche Rechte dürfen nicht weiter teilbar sein. Wer Starbucks mit „Transfair“ das bekannteste Fair-Trade-Siegel verleiht, muss auch den Mund aufmachen, wenn unfaire Löhne gezahlt werden. Fairer Handel muss automatisch auch für faire Arbeitsbedingungen stehen.“

Die gewerkschaftsfeindlichen Lidl und Starbucks haben die Vorteile von „Greenwashing“ erkannt und führen einige wenige Fair Handels Produkte. Dafür werden sie von der Siegelorganisation Transfair e.V. überschwänglich gefeiert und ausgezeichnet. Für Starbucks und für Lidl ist der Faire Handel ein Feigenblatt, um ihre unfairen Arbeitsbedingungen zu kaschieren. Seit 2010 hat die Kaffeehauskette Starbucks fair gehandelten Kaffee im Angebot. Ähnliches geschieht seit 2006 bei dem Discounter Lidl. Solange sich Fair-Handels Akteure offen gewerkschaftsfeindlich verhalten, gibt es aus Sicht der NGG und der A3WS keinen Grund für Parteien zu einem tête á tête mit ihnen. Eine bessere Welt muss sich an Standards messen lassen und nicht am guten Gefühl, mit dem Fairen Handel eine heile Welt zu schaffen.

Die steilen Wachstumsraten des Fairen Handels kommen durch die niedrigen Standards der Siegelorganisation Transfair e.V. und die Kooperation mit gewerkschaftsfeindlichen Betrieben wie Starbucks und Lidl zustande. Zur Trickkiste gehörte auch der so genannte Mengenausgleich, was dazu führt, dass nicht überall faire Produkte drin sind, wie es das Siegel suggeriert.

Die zwei größten Fair Handels-Organisationen wie die gepa und El Puente lassen ihre Produkte bewusst nicht mehr von Transfair e.V. siegeln, weil sie auf höhere Standards setzen. „Dies halten wir für richtig, auch wenn damit dem Fair-Handels-Wachstum Grenzen gesetzt werden. Eine bessere Welt ist nicht im Ladenregal käuflich, sondern kann nur durch politische Interventionen und die Einhaltung gewerkschaftlicher Rechte erstritten werden“, so Ingrid Röder.

Hintergrundinformation:

Pressemitteilung als pdf, download

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