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Aktuelles

Zum 80. Todestag des NS-Opfers Mathias Reinert aus Saarhölzbach und Besseringen: Getötet am 3.3.1941 im KZ Sachsenhausen

Für ein öffentliches Erinnern und Gedenken an NS-Opfer

Veröffentlicht am 01.03.2021

Pressemitteilung der Aktion 3.Welt Saar e.V., 01.03.2021

Der saarländische Kommunist Mathias Reinert starb vor 80 Jahren am 3.3.1941 im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg, nördlich von Berlin. Die offizielle Todesursache war „Herz- und Kreislaufschwäche infolge von Lungentuberkulose.“ Bis heute erinnert im Landkreis Merzig Wadern nichts an ihn. „Ich bin dafür, zukünftig an Mathias Reinert und andere Menschen zu erinnern, die sich der NS Barbarei entgegenstellten und für die noch keine Gedenkorte bestehen“, so Gertrud Selzer vom Vorstand der Aktion 3.Welt Saar e.V.. Reinert wurde 1901 in Saarhölzbach geboren, lebte später u.a. in Besseringen. Anfang August 1933 wurde er beim Schmuggeln von Broschüren gegen die Nazi Diktatur ins Deutsche Reich auf der Höhe zwischen Rimlingen und Rissenthal festgenommen. Das Saargebiet stand als Folge des Ersten Weltkrieges bis 1935 unter dem Mandat des Völkerbundes, dem Vorgänger der UN.

Rimlingen bot sich als Grenzdorf zwischen 1933 und 1935 als Ort des Schmuggelns von Flugblättern und Aufklärungsmaterial ins Deutsche Reich an. Die Organisation des Schmuggelversuchs, an dem Mathias Reinert beteiligt war, lag beim Merziger KPD-Vorsitzenden Karl Brand und dem Sturmtrupp Engels des Merziger Rotfrontkämpfer-Bundes, unter der Leitung des Kommunisten Max Bärwolf, der von der Ruhr an die Saar geflüchtet war. Nachdem bereits im Juli ein Schmuggelversuch gescheitert war, machten sich Anfang August 1933 nachts fünf Schmuggler mit illegalen Zeitschriften auf den Weg. Weil sie einen Verräter in ihren Reihen hatten, wurden sie von Zollbeamten aus Losheim in einem Hinterhalt empfangen. Der durch Schüsse gedeckte Rückzug über die Grenze zurück misslang. Mathias Reinert und seine Mitschmuggler Josef Görgen, Nikolaus Lauer und Max Bärwolf wurden noch in der gleichen Nacht nach Trier zur Gestapo gebracht. Am 12.10.1934 erging vom Oberlandesgericht Hamm das Urteil: Reinert sowie Görgen und Lauer erhielten wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Mordversuch” sieben Jahre Zuchthaus; Bärwolf 12 Jahre. Reinert kam in das KZ Sachsenhausen. Er wurde nur 39 Jahre alt. „Im Grunde genommen bieten sich Besseringen, Saarhölzbach und Rissenthal/Rimlingen für ein öffentliches Gedenken an den Nazigegner Mathias Reinert an“, so Gertrud Selzer von der Aktion 3.Welt Saar e.V. .

Info: Die Aktion 3.Welt Saar e.V. hat vier regionalhistorische Publikationen zu Orten des NS Terrors und Widerstandes in den Landkreisen Merzig-Wadern, Saarlouis, St. Wendel und Saarpfalz-Kreis erstellt. Alle Publikationen werden kostenlos abgegeben. Die Publikation zum Landkreis Merzig-Wadern erscheint als komplett überarbeitete Neuauflage im April. Interessierte können sich vormerken lassen.

Das Foto zeigt das Cover der Erstauflage der Merzig-Wadern-Broschüre.

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