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Aktuelles

"Gemeinsamkeiten von Rechten und Islamisten"

Redebeitrag von Klaus Blees, Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar, bei der Kundgebung "Trier stellt sich quer!" gegen die Kundgebung der Republikaner, Trier, Hauptbahnhof, 19.12.2015.

Veröffentlicht am 25.12.2015

Es gilt das gesprochene Wort.
Die Partei „Die Republikaner“ hatte ihre Kundgebung kurzfristig, d.h. am Vortag, abgesagt.

Die Republikaner demonstrieren heute gegen eine angebliche „Islamisierung“ Deutschlands. Sie protestieren also dagegen, dass Deutschland unter islamische Herrschaft fällt.

Es gibt eine zentrale Gemeinsamkeit zwischen Rechten und Islamisten. Die Islamisten, die Salafisten, die Anhänger des „Islamischen Staates“ glauben nämlich ebenfalls daran, dass Deutschland unter islamische Herrschaft fällt. Sie glauben, dass sie durch Mission und gegebenenfalls Gewalt Deutschland, Europa und die Welt islamisieren können.

Islamisten wie Republikaner und andere Rechte teilen also dieselbe Wahnvorstellung. Nur das Vorzeichen ist umgekehrt: Was für die einen größenwahnsinniger Wunsch ist, ist für die anderen paranoide Befürchtung.

Islamisten wenden im Zweifelsfall Gewalt an, um ihr herbeihalluziniertes Ziel zu erreichen. Rechte wenden im Zweifelsfall Gewalt an, um eine herbeihalluzinierte Gefahr abzuwehren.

Deshalb sind beide gefährlich und müssen gestoppt werden!

Islamisten sind nicht gefährlich, weil sie ihr Ziel einer globalen Islamisierung erreichen könnten. Sie sind gefährlich, weil sie beim Versuch, es zu erreichen, vor keinem noch so barbarischen Verbrechen zurückschrecken. Das haben wir kürzlich auch in Europa wieder erlebt, bei den Anschlägen in Frankreich. Die Menschen in Syrien, im Irak und anderen Ländern des Nahen Ostens erleben diesen mörderischen Terror Tag für Tag. Auch die Menschen in Israel leben unter ständiger Lebensbedrohung durch islamistische Terrorbanden. Islamismus ist einer der Hauptgründe, aus denen Menschen aus ihren Herkunftsländern fliehen.

Islamisten und islamische Fundamentalisten sind aber nicht erst dann gefährlich, wenn sie zu terroristischer Gewalt greifen. In orthodox-islamischen Communities auch in Deutschland werden Frauen unterdrückt, werden Frauen und Männer häufig daran gehindert, ihre Lebenspartner selbst auszusuchen und manchmal ermordet, wenn sie es trotzdem tun. In orthodox-islamischen Communities auch in Deutschland werden Schwule unterdrückt und verfolgt, wird gegen Juden und den Staat Israel gehetzt.

Deshalb brauchen wir eine antiislamistische, eine islamkritische Bewegung, die derartigen Menschenrechtsverletzungen entgegentritt, die über diese Strukturen aufklärt und dagegen kämpft. Es ist dringend nötig, Kulturrelativismus und Multikulti-Schönrednerei über Bord zu werfen und islamischen Menschenrechtsverletzern die Rote Karte zu zeigen. Nicht nur den Salafisten, sondern auch den orthodoxen, ultrakonservativen bis islamistischen Islamverbänden, wie sie hierzulande im Koordinationsrat der Muslime zusammengeschlossen sind. Deren größter ist die direkt von der Türkei, also von Erdogans AKP, gesteuerte DITIB. DITIB, das ist die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, die unmittelbar der türkischen Religionsbehörde untersteht. Ein ultrakonservativer Verein, mit dem verglichen die CDU eine linke Partei ist.

Aber mit aufgeklärter, emanzipatorischer Islamkritik haben die Republikaner, haben AfD, PEGIDA und all die anderen rechtsradikalen und rechtspopulistischen Zusammenrottungen nichts am Hut.

Die Republikaner bekämpfen NICHT den Islamismus. Im Gegenteil! Die Republikaner bekämpfen Flüchtlinge. Die Republikaner fordern, auch noch die Reste des Grundrechts auf Asyl abzuschaffen, die nach den Änderungen von 1993 bis 2015 übrig geblieben sind. Die Republikaner möchten die Grenzen dicht machen für diejenigen, die vor islamistischem Terror, vor islamischen oder sonstigen diktatorischen Regimen fliehen, vor Regimen, die die Menschenrechte mit Füßen treten.

Um es ganz klar zu sagen: Die Republikaner richten sich gegen die OPFER der Islamisten! Die Republikaner betreiben also das Geschäft der Islamisten! Wer den Islamismus bekämpft, muss auch diejenigen bekämpfen, die den Opfern des Islamismus in den Rücken fallen. Der Kampf gegen Republikaner, AfD, PEGIDA & Co ist deshalb ZENTRALER TEIL des Kampfes gegen Islamismus.

Während Islamkritiker Menschenrechtsverletzungen anprangern, ist den Republikanern ihre angebliche „Islamkritik“ nur Vorwand für rassistische Kampagnen gegen Flüchtlinge. Islamkritik ist kein Selbstzweck, sondern richtet sich gegen islamische Frauenunterdrückung, gegen islamische Homophobie, gegen islamischen Antisemitismus. Islamkritiker ziehen dabei mit liberalen Muslimen an einem Strang.

Republikaner und andere Rechte und Faschisten teilen in wesentlichen Punkten die  Weltbilder von Islamisten und ultrakonservativen Muslimen, sie begründen sie nur anders. Die Republikaner machen unter anderem aus ihrer Homophobie keinen Hehl. In ihrem Parteiprogramm fordern sie: „keine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und kein Adoptionsrecht für Homosexuelle.“ Wer fundamentalistische Muslime wegen ihrer Schwulenfeindschaft bekämpft, muss aus demselben Grund auch die REPs bekämpfen.

Eine emanzipatorische, menschenrechtliche islamkritische Bewegung ist nötig,  sie existiert und sie muss stärker werden. Nicht nur Islamisten gehören zu den Gegnern der Islamkritiker, sondern auch die Republikaner, die AfD, PEGIDA oder die NPD. Überlassen wir ihnen nicht das Feld, sondern zeigen wir ihnen heute, und nicht nur heute, dass sie unerwünscht sind. Machen wir ihnen ihren Auftrittso ungemütlich wie möglich.

Redemanuskript als PDF (64 KByte)

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