"Solidarität mit Israel"

Redebeitrag der Aktion 3.Welt Saar e.V. am 21.05.2021 in Saarbücken

SR, Aktueller Bericht, 23.05.2021

Unter dem Motto "Solidarität mit Israel" haben über 200 Menschen in Saarbrücken ihre Unterstützung für den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten ausgedrückt und ein Zeichen gegen Terror und Antisemitismus gesetzt. Eingeladen hatten die Synagogengemeinde Saar und die DIG AG-Saar. Neben der Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Ricarda Kunger, und dem DIG Vorsitzenden Eric Barth sprachen u.a. Ulrich Commerçon, SPD Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag, Uwe Conradt, OB der Stadt Saarbrücken, Klaus Bouillon, Innenminister des Saarlandes (CDU), Sascha Zehner (MdL, CDU) und Julien François Simons, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen im Saarland.

Der Geschäftsführer der Aktion 3.Welt Saar, Roland Röder, betonte in seiner Rede, dass, wer Antisemitismus bekämpfen möchte, die Appeasement-Politik gegenüber dem Iran beenden müsse, der mit Raketen und Geld den Terror erst möglich mache. Hier hat die deutsche Außenpolitik seit Jahren versagt.

Redemanuskript „Kundgebung gegen antisemitische Hetze“;

Saarbrücken, 21. Mai 2021, Tbilisser Platz

Roland Röder, Aktion 3.Welt Saar e.V.

Es gilt das gesprochene Wort.

© Aktion 3.Welt Saar e.V.

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Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Gäste,

wenn ich Antisemitismus bekämpfen will, muss ich dahin gehen wo es weh tut.
Wenn ich weiß, dass die Hamas ganz stark aus dem IRAN finanziert wird,
dass sie von dort Waffen, Geld, Technik, Logistik und Daten bekommt,
dass der Iran schon mehrfach die Vernichtung Israels als Ziel formuliert hat,
wenn ich all das weiß, dann darf ich keine Appeasement-Politik gegenüber dem IRAN betreiben.

Der IRAN ist einer der zentralen Finanziers des Antisemitismus.
Und die deutsche Außenpolitik ist, was den Kampf gegen Antisemitismus anbelangt, seit vielen Jahren ein Desaster. Sie packt den IRAN mit Samthandschuhen an.

Wenn ich Antisemitismus bekämpfen will, muss ich auch innenpolitisch dahin gehen, wo es weh tut.
Im Moment tun einige so, als wäre Antisemitismus ein Problem von MIGRANTINNEN. Das ist nicht ganz falsch, aber weit davon entfernt, richtig zu sein. Genau genommen handelt es sich um einen Re-Import von Antisemitismus.
Wir wissen aus Studien, dass 20% und mehr der deutschen Staatsbürger und – bürgerinnen, antisemitisch ticken.
Wenn ich diese Tatsache verleugne, dann delegiere ich das Problem nur auf andere; auf die sogenannten Fremden.

Es ist nicht schwierig, gegen die Antisemiten zu sein, die offen Juden, Jüdinnen attackieren und offen für die Vernichtung Israels sind.
Es ist aber schwieriger, sich mit denen zu beschäftigen, die auf dem Feld der ISRAELKRITIK unterwegs sind.

Natürlich darf Israel kritisiert werden. Es gibt im Übrigen keinen Ort in der Welt, an dem Israel heftiger, polemischer und zynischer kritisiert wird, als in Israel selbst.
Wenn aber ISRAELKRITIK in Deutschland dazu benutzt wird, an Israel Standards anzulegen, die an kein anderes Land angelegt werden,
oder wenn sie dazu benutzt wird, Israel zu delegitimieren,
oder wenn aus ISRAELKRITIK eine regelrechte Obsession wird,
dann ist sie der Steigbügelhalter für Antisemitismus.
Auch wenn sie selbst noch nicht antisemitisch ist.

Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Gäste,

Antisemitismus ist keine Krankheit, die man therapeutisch oder gar pädagogisch behandeln kann.
Antisemitismus ist eine POLITISCHE HALTUNG, die letztlich Juden tötet.
Und eine politische Haltung kann ich nicht pädagogisch therapieren, sondern muss ihr politisch begegnen. Und wenn das nicht hilft, muss man ihr eben auch aus Gründen der Selbstverteidigung mit der Waffe in der Hand begegnen. So unangenehm mir diese Erkenntnis selbst ist – aber es gibt solche Situationen – nicht nur im Kampf gegen Antisemitismus.

Stellen wir uns mal vor:
Wenn seit drei Wochen aus Forbach, Saargemünd, Thionville und aus Metz 3.000 Raketen auf Saarbrücken, Saarlouis, Homburg, Merzig niedergehen würden,
dann würden wir auf eine Weltgemeinschaft spucken, die nichts Besseres zu tun hat, als davon zu sprechen, dass BEIDE KONFLIKTPARTEIEN Schuld seien.

Wenn ich hier stehe für die Aktion 3.Welt Saar, rede ich auch als ANTIFASCHIST und weiß, was „NIE WIEDER“ bedeutet: Und genau deshalb hat Israel jedes Recht auf Selbstverteidigung. In diesem Sinne – Danke für Eure Aufmerksamkeit.

NIE WIEDER.

 

Mehr zum Thema Antisemitismus:
Plakat und Broschüre: „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“

Unter dem Titel „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“, der auf einen jüdischen Witz aus den 30er Jahren anspielt, hat die Aktion 3.Welt Saar e.V. ein Lernplakat und eine Broschüre gegen Antisemitismus erstellt. Das Plakat erscheint bereits in der 2.Auflage (Gesamt: 30.000 Ex.) im A1- und A0-Format und wird bundesweit vertrieben. Die Broschüre erschien 2020 in der 2. Auflage, hat eine Auflage von 90.000 Ex. und liegt mehreren Zeitschriften aus dem Bereich der Bildungsarbeit bei.
Die 16-seitige DIN A6 Broschüre und das DIN A4 Plakat können kostenlos auch in größerer Anzahl bei der Aktion 3.Welt Saar e.V.  bestellt werden.

 


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