Antisemitismus

Unsere Position zum Thema Antisemitismus

„Juden und Radfahrer beherrschen die Welt – Wieso Radfahrer?”

Heute unterscheidet man drei Formen von Antisemitismus: Rechten, linken und muslimischen. Allen gemeinsam ist die wahnhafte Angst vor der Macht, die Juden unterstellt wird. Sie sollen zum Beispiel für den Kapitalismus und seine Verwerfungen verantwortlich sein. Für die Rechten zerstören Juden die „Volksgemeinschaft“, für manche Muslime bedrohen sie die Gemeinschaft aller Muslime (Umma) und für einige Linke sind sie als Israelis rassistische Besatzer. Die Antisemiten aus der Mitte der Gesellschaft bedienen sich aus diesem Pool und beteiligen sich damit an der Dämonisierung Israels.

Während die einen ihren Judenhass meist offen benennen, benutzen andere eher den Umweg über „Israelkritik“. Selbstverständlich darf man Israel kritisieren, nur darf dies nicht zu doppelten Standards führen. Antisemitismus ist bis heute erfolgreich, weil er Sündenböcke benennt und so komplexe Sachverhalte „erklärt“. Letztlich mündet die Ablehnung von Juden in ihre Ermordung – manchmal sofort, manchmal später.

Gegen Antisemitismus haben wir Bildungsmaterialien entwickelt, die bundesweit vertrieben werden und schon mehrfach aufgelegt wurden.

Ob Hannah Arendt mit ihrer düsteren Prognose, vor Antisemitismus sei man nur noch auf dem Monde sicher, Recht behält, liegt auch ein bisschen an uns.

Irgendwas mit Antisemitismus & Corona - Gibt es Impfungen gegen Verschwörungs“viren“?

Montag, 22. Februar 2021, 19 Uhr

Hans Wolf, Aktion 3.Welt Saar e.V., im Gespräch mit Alex Feuerherdt, Publizist, Köln

Montag, 22. Februar 2021, 19 Uhr
Veranstalterin: Aktion 3.Welt Saar e.V.

Mit Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Saarland und des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Verschwörungsmythen sind en vogue. Mal sind es Coronaleugner oder fanatisierte Impfgegner, die der wissenschaftlichen Expertise keinen Millimeter trauen, mal wird Bill Gates vorgeworfen, die Weltbevölkerung reduzieren zu wollen, mal George Soros, die Weltwirtschaft ins Verderben zu stürzen. Dann sind es die nur scheinbar harmloser daherkommenden Esoteriker, die sich mit Aluhüten gegen Chemtrails wappnen und in Teilen an die Reichsbürgerszene anschlussfähig sind. Gemeinsam ist ihnen ein abgrundtiefes Misstrauen gegen Wissenschaft und der Hang zu autoritären Lösungen, einschließlich eigener diktatorischer Vollmachten. Ihre Feindbilder sind in wechselnder Besetzung: Juden, Israel, USA, Merkel, „Systemparteien“ oder „linksgrün versiffte Medien“.

Der Vorteil von Verschwörungsmythen liegt auf der Hand: Sie erklären eine komplexe Welt, verleiten direkt zur Praxis und entlasten einen von der Qual des Nachdenkens. Dabei sind sie nicht neu, die „Protokolle der Weisen von Zion“ – ein antisemitisches Machwerk des zaristischen Geheimdienstes – oder die Ritualmordlegende und die behaupteten Brunnenvergiftungen existieren seit 100 und mehr Jahren. Das Gros der Verschwörungsmythen ist entweder offen antisemitisch oder führt über leichte Umwege in dieses Jauchefass.

Der Referent analysiert die Muster von Verschwörungsmythen und ihren meist antisemitischen Kern. Alex Feuerherdt ist Schiedsrichterexperte, Publizist und arbeitet bei der Aktion 3.Welt Saar e.V. mit, zum Beispiel in der Redaktion des Plakates und der Broschüre „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“ Es ist die 23. Veranstaltung im Rahmen der „Irgendwas mit….“ Reihe der Aktion 3.Welt Saar e.V.

Die Fotos zeigen eine Demonstration von Corona-"Querdenkern" am 16. Mai 2020 in Saarbrücken.
© Fotos: Aktion 3.Welt Saar e.V.

Veranstalterinnen:

mit finanzieller Unterstützung durch:

Warum überhaupt die Reihe „Irgendwas mit ……“?

Wer Veranstaltungen organisiert, kennt das Problem: Man möchte einen Vortrag, Workshop, Event ... machen zu einem Thema X. Auf die klugscheißerische Frage “Und wie sollen wir das Teil denn nun nennen?” fällt einem nur ein: “Na ja, “Irgendwas mit XY” halt.” Genau so ging es uns. Und jetzt haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und die “Irgendwas mit ....” Reihe aus der Taufe gehoben. Wir erlauben uns den Luxus, uns mit diesem leicht ironisierenden Unterton selbst etwas auf die Schippe zu nehmen. Das Publikum ist eingeladen, zu prüfen ob es gelingt, die goldene Mitte zwischen ernst & völlig abgedreht zu finden.

26. April 2015, “Irgendwas mit Politik – Warum Runde Tische nix taugen und online-Petitionen für die Katz sind”, mit Elke Wittich

3. Juni 2015: „Irgendwas mit Verschwörung- Wie obskure Theorien den Kopf entlasten“ mit Jörg Bergstedt

5. Oktober 2015 „Irgendwas mit Afrika – Afrikanische Visionäre im Portrait“ mit Dr. Moustapha Diallo

11. Februar 2016 "Irgendwas mit Islam - Muslimischer Antisemitismus und Gegenstrategien" mit Ahmad Mansour

21. April 2016: Irgendwas mit Fußball - „Ich pfeife – aus dem Leben eines Amateurschiedsrichters“ Lesung mit Christoph Schröder

12. Mai 2016: Irgendwas mit NS Erinnerung – Film: „Triumph des guten Willens“. Ein politisches Portrait über Eike Geisel

3.Juni 2016: Irgendwas mit Entwicklungshilfe - Film "Süßes Gift" Diskussion mit Regisseur Peter Heller

19. September 2016: Irgendwas mit Frauen & Autos -Film "Ayanda" Diskussion mit Regisseurin Sara Blecher, Südafrika

25. November 2016: Irgendwas mit Islamunterricht: Zwischen Aufklärung und Indoktrination - Vortrag mit Dr. Abdel-Hakim Ourghi – Islamischer Religionspädagoge

17. Februar 2017: Irgendwas mit FC Bayern - Kurt Landauer, der Mann, der den FC Bayern erfand, Lesung mit Dirk Kämper, Buchautor

15. März 2017: Irgendwas mit Fairem Handel-Ist eine bessere Welt käuflich?

22. März 2017: "Irgendwas mit Antisemitismus - Die arabische Kollaboration mit dem NS", Vortrag von Martin Cüppers

18. Mai 2017: "Irgendwas mit Archiv: Verlieren soziale Bewegungen ihr Gedächtnis?", Vortrag von Bernd Hüttner

13. September 2017: "Irgendwas mit Linke und Islam: Ein schwieriges Verhältnis - Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen", Vortrag mit Samuel Schirmbeck

22. Mai 2018: "Irgendwas mit Afrika und Kongo - Von der Kunst des Überlebens", Vortrag mit Dominic Johnson

6. Juni 2018: "Irgendwas mit Hühnern" - Lesung aus "Krauts & Rüben. Der letzte linke Kleingärtner" mit Roland Röder

20. Juni 2018: "Irgendwas mit Big Food - Wie Lebensmittelkonzerne arme Menschen krank machen" - Vortrag mit Thomas Kruchem

19. September 2018: "Irgendwas mit Frauen und Islam - Plädoyer für einen liberalen Islam" - Vortrag mit Saïda Keller-Messahli

16. Mai 2019: "Irgendwas mit bitteren Orangen - Moderne Arbeitssklaverei in Europa", Vortrag mit Prof. Dr. Gilles Reckinger

13. Juni 2019: "Irgendwas mit Schule & Islam - Umgang mit Islam im Unterricht". Vortrag mit Dr. Abdel-Hakim Ourghi

27. Juni 2019: "Irgendwas mit Fußballfans - Bleiben mit Stadionverboten Bürgerrechte auf der Strecke?" Vortrag mit Angelika Furmaniak

03. März 2020: "Irgendwas mit Israel – Kein Land regt die Deutschen mehr auf", Vortrag mit Esther Schapira und Georg M. Hafner

24. Februar 2021: "Irgendwas mit Grauen Wölfen - Über die größte rechtsradikale Organisation in Deutschland", Vortrag mit Orhan Sat