Lager Lebach ist Massenveranstaltung für Flüchtlinge

Zügige Unterbringung der Geflüchteten in Kommunen

 Pressemitteilung des Saarländischen Flüchtlingsrats, 08.04.2020  „Das Flüchtlingslager Lebach ist eine Massenveranstaltung für Flüchtlinge. Die Unterbringung dort verstößt gegen die Verordnungen, die die Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie und zum Schutz der Bevölkerung erlassen hat“, erklärte Maria Dussing-Schuberth vom Vorstand des Saarländischen Flüchtlingsrates e.V.. „Die Reduzierung sozialer Kontakte oder das Einhalten des notwendigen Sicherheitsabstandes sind im Lager Lebach nicht umsetzbar, wenn sich bis zu vier Menschen eine kleine Wohneinheit teilen, in Gemeinschaftsküchen kochen und in einem zentralen Bad duschen müssen.“ Das alles produziere Unsicherheiten und Ängste bei den Betroffenen. Für die meisten Flüchtlinge ist das Leben im Lager Lebach unerträglich. Die fehlende Privatsphäre, das Leben auf engstem Raum, die restriktive Versorgungs- und Unterbringungssituation sowie mangelhafte hygienische Zustände wirken sich in Verbindung mit der Corona-Pandemie äußerst negativ auf die physische und psychische Gesundheit der Geflüchteten aus. „Gesundheitsschutz und Lager Lebach waren noch nie kompatibel. Anlässlich weiterer Corona-Fälle dort muss die zügige Unterbringung von Geflüchteten aus dem Ankerzentrum in saarländischen Kommunen weitergehen“, so Maria Dussing-Schuberth weiter. „Die Unterbringung von rund hundert älteren Flüchtlingen im Gästehaus des Saarländischen Fußballverbands in Braunshausen war richtig und notwendig. Dabei darf es allerdings nicht bleiben.“ Zum Hintergrund: Der Saarländische Flüchtlingsrat e.V. setzt sich für menschenwürdige Lebensbedingungen für alle Geflüchteten ein und fordert seit Jahren Wohnungen statt Lager Lebach und Geld statt Sachleistungen. In der aktuellen Situation darf Innenminister Bouillon aus ideologischen Gründen nicht am Ankerzentrum festhalten. Das Saarland zahlt für 231 leerstehende Unterkünfte in den Kommunen Miete. Dort können sofort Flüchtlinge aus dem Lager Lebach untergebracht werden. In den Kommunen gibt es funktionierende ehrenamtliche Strukturen der Solidarität und Hilfe.

 


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