Saarländischer Flüchtlingsrat unterstützt Forderung des Assyrischen Kulturvereins Saarlouis

Saarland soll christliche Assyrer aus Nordsyrien aufnehmen

Pressemitteilung des Saarländischen Flüchtlingsrats

23.09.2019

„In Syrien herrscht Krieg. Niemand ist dort vor Verfolgung und Vertreibung sicher. Deswegen unterstützt der Saarländische Flüchtlingsrat die Forderung des Assyrischen Kulturvereins Saarlouis nach Aufnahme von rund 400 christlichen Assyrern im Saarland“, erklärte Tobias Schunk für den Saarländischen Flüchtlingsrat e.V. „Gerade vor dem Hintergrund, dass diese verfolgten Menschen Angehörige im Saarland haben, wird deutlich, dass die Forderung des Assyrischen Kulturvereins genau richtig ist“.

Alle Menschen, die aus religiösen oder politischen Gründen verfolgt werden, haben Anspruch auf Schutz. Europa muss seine Verantwortung wahrnehmen und darf sich nicht weiter gegenüber Flüchtlingen abschotten. Der Saarländische Flüchtlingsrat e.V. fordert schon seit Jahren sichere und legale Wege für Flüchtlinge nach Europa.

Nach offenen Briefen des Assyrischen Kulturvereins an die Fraktionen im saarländischen Landtag, den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann sowie an Ministerpräsident Tobias Hans hatten Bischof Ackermann seine Unterstützung zugesichert und Ministerpräsident Hans das Anliegen zur Prüfung an das Innenministerium weitergeleitet. Der Saarländische Flüchtlingsrat e.V. fordert nun eine zügige und wohlwollende Prüfung des Anliegens.

Während die Christen in den Gebieten mit kurdischer Selbstverwaltung ihre Religion frei ausüben können und keine Diskriminierung fürchten müssen, ist christliches Leben in den von syrischen Islamisten oder den von türkischem Militär beherrschten Regionen nahezu ausgestorben. So wurde beispielsweise durch die Besatzung Afrins durch die türkische Armee im März 2018 die jüngste christliche Gemeinde im Nahen Osten zerschlagen. Es bedarf daher einer schnellen Entscheidung des Innenministeriums, damit nicht noch mehr assyrische Christen, die aus ihren Dörfern und Häusern vertrieben wurden, nach ihrem Besitz auch noch ihr Leben durch Gewalt von syrischen Islamisten oder Verbündeten der türkischen Armee verlieren.

Der Brief von Charli Kanoun, dem Vorsitzenden des Assyrischen Kulturvereins e.V., zeigt darüber hinaus sehr deutlich, dass die vertriebenen Christen als Binnenflüchtlinge und Obdachlose in Syrien umherirren sowie Vergewaltigung und Folter ertragen müssen. Noch nicht einmal eine minimale ärztliche Versorgung kann in Syrien gewährleistet werden.

„Besonders vor dem Hintergrund dieser tiefbewegenden Schicksale muss die Diskussion um angeblich sichere Gebiete in Syrien und Abschiebungen in ein vollkommen vom Bürgerkrieg verwüstetes Land ein Ende finden. Wir fordern daher alle demokratischen Parteien auf, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen und nicht weiter der AfD hinterherzulaufen und Rechtspopulisten und Rechtsextremen nach dem Munde zu reden. Flüchtlinge aus Syrien benötigen weiterhin Schutz und haben ein Recht darauf, mit ihrer Familie in Sicherheit zu leben“, so Tobias Schunk abschließend.

Zum Hintergrund:

<link tinyurl.com/y4u74ab3 - external-link-new-window>

Öffnet externen Link in neuem Fenster„Syrien - Christen in Angst“</link>, Artikel aus Telepolis, 21.04.2019

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Öffnet externen Link in neuem Fenster
„Hans soll 400 Christen aus Syrien retten“</link>, Saarbrücker Zeitung., 29.08.2019


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