Zu den gewaltsamen Ausschreitungen in islamischen Ländern.

Pressemitteilung, 20. September 2012 / Nr. 12

Islamfeindliches Video nur ein Vorwand

„Das Video 'Innocence of Muslims' ist nur ein austauschbarer Vorwand für die jüngsten, zum Teil tödlichen Ausschreitungen in islamischen Ländern. Die Islamisten stellen sich selbst als Opfer dar, um ihren Kampf gegen Aufklärung, Demokratie und selbstbestimmtes Leben als legitim erscheinen zu lassen“, kommentiert Hans Wolf vom Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar die Gewaltakte im Anschluss an einen im Internet kursierenden islamfeindlichen Clip. Diese wurden pünktlich zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 vom Zaun gebrochen, Wochen nach der Veröffentlichung des angeblichen Auslösers. Indem der religiöses Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, die „US-Regierung und die Zionisten“ hinter dem Film vermutet, zeigt er ganz direkt, wie dieser lediglich als Aufhänger für antiamerikanische und antisemitische Propaganda dient.

„Ein Aufführungsverbot, wie es unter anderem Bundesinnenminister Friedrich anstrebt, unterstellt nicht nur einen Zusammenhang zwischen dem Video und den Ausschreitungen, der nicht existiert, sondern wäre auch brandgefährlich“, so Wolf. Es würde nicht nur eine fundamentale Einschränkung der Meinungsfreiheit bedeuten und einen Präzedenzfall etwa für Auftrittsverbote religionskritischer Kabarettisten schaffen. Es könnte islamische Fundamentalisten darüberhinaus zu weiteren Gewalttaten ermutigen. Denn diese würden ein Verbot als Erfolg ihrer Aktionen verbuchen.

„Die in den Medien geführte Diskussion zu den Vorfällen trägt auch rassistische Züge. Moslems und Araber werden nicht als entscheidungsfähige, handelnde Subjekte gesehen, sondern als Pawlow'sche Hunde, die nicht anders können, als bei jeder vermeintlichen Beleidigung des Propheten Mohammed instinktiv mit Gewalt zu reagieren“, stellt Wolf fest. „Diese rassistische Grundhaltung teilen offenbar manche Anhänger der multikulturellen Gesellschaft und Politiker verschiedener Parteien mit den Rechtspopulisten von 'Pro Deutschland', die jetzt mit dem Film hausieren gehen.“ Ob es sich bei der angeblichen Existenz eines längeren Filmes um mehr als ein Gerücht handelt, ob also mehr als der kurze Clip überhaupt existiert, ist ohnehin fraglich.

Hintergrundinformation:
Die Aktion 3.Welt Saar ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet. Ihren Sitz hat sie im Saarland. Sie engagiert sich seit 1982 in der Lobbyarbeit für Flüchtlinge und arbeitet mit im Vorstand des Saarländischen Flüchtlingsrates. Aktuell führt sie mit Unterstützung des EFF (Europäischer Flüchtlingsfonds) das Projekt „ILAS – Projekt gegen islamischen Antisemitismus bei Flüchtlingen“ durch.

Website des <link 32 - internal-link>Opens internal link in current windowKompetenzzentrums Islamismus der Aktion 3. Welt Saar</link>

Kleiner Lektürehinweis: Klaus Blees schreibt über den <link hpd.de/node/13390 _blank external-link-new-window>

Opens external link in new windowAuftritt des Kölner Kabarettisten Wolfgang Nitschke in der Tuchfabrik Trier</link>.


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