"Die geplante zentrale Stadionverbotskommission soll künftig bereits nach Einleitung eines Ermittlungsverfahrens – also ohne Verurteilung – ein Stadionverbot aussprechen können. Damit wird die Unschuldsvermutung für Fans außer Kraft gesetzt“ erklärt Sascha Zenk vom Vorstand der Aktion 3.Welt Saar. „Der Einsatz von Gesichtsscannern und Überwachungssystemen erinnert dabei eher an autoritäre chinesische Verhältnisse als an einen Rechtsstaat“ so Zenk weiter.
Quer über Parteigrenzen hinweg und anscheinend unkontrolliert von den Landesregierungen können Innenminister:innen faktenfrei agieren. Denn die viel beschworene Sicherheit im Stadion ist schon längst da: Laut Statistiken der Polizei sind deutsche Stadien sichere Orte, sowohl die Zahlen der eingeleiteten Verfahren als auch der Verletzten sind rückläufig, trotz erhöhter Zuschauerzahl. „Die Gefahr einer Verletzung auf dem Oktoberfest liegt 23-mal höher“ rechnet der Dachverband der Fanhilfen vor.
Während Millionen in Demokratieförderprojekte fließen und ständig von Brandmauern geredet wird, werden Fußballfans als aktive demokratische Akteure ignoriert. Neben zivilgesellschaftlichem Engagement für soziale Projekte treten Tausende Fans gegen Rechtsextremismus und Rassismus inner- und außerhalb des Stadions ein - und das Tag für Tag. Gehör finden sie allerdings kaum bei der IMK.
Die Fußball AG: „…in den Lauf. Fußball.Fans.Kultur“ der Aktion 3.Welt Saar fordert eine Abkehr vom Feindbild Fußballfans und ruft zur Versachlichung der Debatte auf. Wer ohne den Einbezug von Fans derart weitgehende Restriktionen plant, handelt sich heftige Proteste in Stadien ein. Zurecht.
Hintergrundinformationen:
Mehr zu der Gruppe „…in den Lauf.Fußball.Fans.Kultur“
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