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Dokumentation über „antimuslimischen Rassismus“ in Berlin ist unwissenschaftlich und tendenziös

Nichtmuslimische Rassismusopfer werden übergangen

Veröffentlicht am 19.03.2021

Pressemitteilung der Aktion 3.Welt Saar e.V., 19. März 2021

Das Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit Inssan e.V., das dem Umfeld der Muslimbrüderschaft zugeordnet wird, hat am 16. März 2021 in Berlin eine Dokumentation vorgestellt, die das Ausmaß von „antimuslimischen Rassismus“ in der Bundeshauptstadt darstellen soll. Katharina Eggers von der Aktion 3.Welt Saar e.V. kritisiert, dass „die Dokumentation wissenschaftlichen Ansprüchen nicht gerecht wird und tendenziös ist. Der Verein gibt selbst zu, die Umfrage sei nicht repräsentativ.“

Inssan wird u.a. durch das Programm "Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums gefördert und ist Teil der „ExpertInnenkommission zu antimuslimischem Rassismus“ der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung sowie Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Es wurden nur bei Inssan gemeldete Fälle in Berlin erfasst. „Begriffe wie ‚antimuslimischer Rassismus‘ werden nicht definiert und bleiben schwammig“, so Eggers. "Es wird nicht präzise dargelegt, ob die Betroffenen wirklich wegen ihrer Religion diskriminiert wurden oder aufgrund anderer Merkmale, beispielsweise ethnischer Zugehörigkeit." Die gemeldeten Vorfälle seien 2020 von 265 auf 228 zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahr. Diskriminierung von Muslimen mache ohnehin nur einen kleinen Teil der Gesamtheit rassistischer Angriffe aus. „Nichtmuslimische Betroffene scheinen für Inssan Opfer zweiter Klasse zu sein.“

Den Rückgang erkläre Inssan damit, dass man während des Corona-Lockdowns keine Empowermentangebote habe machen können. Deshalb seien viele Betroffene gar nicht in der Lage gewesen, die eigene Diskriminierung zu erkennen. "Hier werden potentiell Betroffene also zu unmündigen Kindern erklärt, denen mit pädagogischen Mitteln erst eingetrichtert werden muss, wann sie sich diskriminiert zu fühlen haben", betont Eggers.

„Inssan ist keine neutrale Institution", stellt Eggers klar. "Es ist Teil der Propagandastrategie derartiger Gruppierungen, jede Kritik am Islamismus und an islamisch begründeten Menschenrechtsverletzungen als islamophob oder rassistisch zu denunzieren. Emanzipatorische Islamkritik wird so mit der Hetze rechter Moslemhasser gleichgesetzt."

Hintergrundinformationen:
Die Aktion 3.Welt Saar e.V. ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet. Ihren Sitz hat sie im Saarland. Sie engagiert sich seit 1982 in der Lobbyarbeit für Flüchtlinge, arbeitet mit im Vorstand des Saarländischen Flüchtlingsrates und ist seit 2001 Teil des Netzwerkes, dass sich für die Stilllegung des Abschiebegefängnisses Ingelheim ausspricht. Um Know-how zu bündeln und zu vernetzen, hat sie das "Kompetenzzentrum Islamismus" aufgebaut. Dieses recherchiert und publiziert zu mit dem Islam begründeten Menschenrechtsverletzungen, organisiert Fachveranstaltungen und vermittelt ReferentInnen.
https://a3wsaar.de/islamismus
www.facebook.de/KompetenzzentrumIslamismus

Antimuslimischer Rassismus in Berlin - Frauen besonders betroffen, taz 16.3.21

Videomitschnitt der Pressekonferenz von Inssan e.V. am 16.3.21
 
Muslimfeindlichkeit und Empirie. Kritische Recherche der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, 16.3.21
 
Rassistische Islamkritik ist ein Widerspruch. Artikel von Klaus Blees und Roland Röder in der Jungle World 01/2019, 3.1.19

 

Foto: Screenshot aus der Aufzeichnung der Inssan-Pressekonferenz am 16.3.21