"Irgendwas mit Afrika - afrikanische Visionäre im Portrait"

Lesung mit Dr. Moustapha Diallo, Publizist, 5.10.15, Saarbrücken

Montag, 5. Oktober 2015, 20.00 Uhr
Saarbrücken Filmhaus, Mainzer Straße 8
Moderation: Gertrud Selzer, Aktion 3.Welt Saar
Eintritt frei – um eine Spende wird gebeten

Dr. Moustapha Diallo erzählt von einem anderen Afrika. In seinem Buch « Visionäre Afrikas » schreiben über 40 außergewöhnliche Frauen und Männer aus Afrika eine andere afrikanische Geschichte. Unter den AutorInnen der – mal essayistischen, mal erzählerischen Beiträge – finden sich bekannte Namen wie Mariama Bâ, Thomas Sankara, Fela Kuti, aber auch AutorInnen, die sich erstmals einem deutschen Lesepublikum vorstellen. Mit afrikanischen Augen entwickeln sie Visionen für ihre Region, ihr Land, ihr Dorf. Sie werden bewundert werden, geachtet und geliebt, weil sie eine Vision hatten und nicht von ihr ließen, bis sie ihr Ziel erreicht hatten: Als Erfinder oder Universitätsgründer, als Widerstandskämpferin oder Popmusiker, als Umweltaktivist oder Schriftstellerin.

Über Afrika gibt es viele Klischees. Für manche ist Afrika nur ein Land und kein Kontinent mit 54 Ländern. Für manche haben AfrikanerInnen Rhythmus im Blut. Für manche ist Afrika unterentwickelt, damit sie sich selbst als entwickelt sehen können. Für manche ist Afrika « irgendwas », in dem man mal gerade ein (Hilfs-) Projekt macht. Afrika ist oft eine Projektionsfläche für « weiße » Sehnsüchte. Europa weiß, was Afrika fehlt und hat deshalb  Ministerien zur Entwicklung von Afrika. Aber welches afrikanische Land hat ein Ministerium zur Entwicklung von Europa?

Warum überhaupt die Veranstaltungsreihe „Irgendwas mit ……“:
Wer Veranstaltungen organisiert, kennt das Problem: Man möchte einen Vortrag, Workshop, Event ... machen zu einem Thema x. Auf die klugscheißerische Frage “Und wie sollen wir das Teil denn nun nennen?” fällt einem nur ein: “Na ja, “Irgendwas mit xy” halt.” Genau so ging es uns. Und jetzt haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und die “Irgendwas mit ....” Reihe aus der Taufe gehoben. Es ist die 3. Veranstaltung in dieser Reihe. Wir erlauben uns den Luxus, uns mit diesem leicht ironisierenden Unterton selbst etwas auf die Schippe zu nehmen. Das Publikum ist eingeladen, zu prüfen ob es gelingt, die goldene Mitte zwischen ernst & völlig abgedreht zu finden.


Veranstalterin: Aktion 3.Welt Saar

mit Unterstützung:

Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst.

Wir danken dem Peter-Hammer-Verein für seine Unterstützung:

Hier geht es zum Flyer (pdf)

Rezension für den ekz.bibliotheksservice GmbH von Roland Schmitt, Dipl. Bibliothekar, SR:
Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart, ob prominent oder weniger bekannt, werden von afrikanischen Autorinnen und Autoren in informativen, dabei spannend zu lesenden Porträts gewürdigt.
Im Vorwort benennt der senegalesische Herausgeber, in seiner deutschen Wahlheimat als Publizist und Übersetzer tätig, das Dilemma seines Herkunftskontinents. Gerade in Europa, mit seiner kolonialistischen Vergangenheit, wird nach wie vor Afrika mit den "3 K's" abgestempelt: "Kriege, Krankheiten, Katastrophen". Um dieser klischeebeladenen Außendarstellung etwas entgegenzusetzen, motivierte M. Diallo afrikanische Autorinnen und Autoren, Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart, ob prominent oder weniger bekannt, zu porträtieren. Eine brillante Idee, die letztlich dank des Internets und seiner Kommunikationsmöglichkeiten halbwegs problemlos realisiert werden konnte. In 42 durchweg informativen, meist auch spannend zu lesenden Porträts wird anhand von eben sehr unterschiedlichen Biografien das Potenzial Afrikas deutlich: angefangen bei Yennenga, der Gründerin des legendären Mossi-Reiches (Burkina Faso), über den Afrobeat-Rebellen Fela Kuti oder den (hingerichteten) Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa (beide Nigeria) bis hin zur malischen Frauenrechtlerin Aminata Traoré. 

 

Mehr Infos in unserer Flugschrift "Afrika ist schwarz. Wirklich?" - AfrikaBilder in Kinderbüchern - eine kritische Reflexion."

Und hier geht es zum "Offenn Brief an Afrika" der Aktion 3.Welt Saar, in dem wir fordern, Entwicklungshelfer nach Deutschland zu senden und fragen: „Wer entwickelt hier eigentlich wen?“ Der Brief löste einige Reaktionen in der öffentlichen Debatte aus, die auch hier dokumentiert sind.

 

26. April 2015, “Irgendwas mit Politik – Warum Runde Tische nix taugen und online-Petitionen für die Katz sind”, mit Elke Wittich

3. Juni 2015: „Irgendwas mit Verschwörung- Wie obskure Theorien den Kopf entlasten“ mit Jörg Bergstedt


Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Aktion 3.Welt Saar e.V. hat in Niedersachsens Hauptstadt Ähnliches erlebt wie der Historiker Prof.…

Weiterlesen

Beiträge der Aktion 3.Welt Saar in Saarbrücker Hefte 122

Weiterlesen

„Afrika – im Blick der Fotografen“

Weiterlesen