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Flugschrift: Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich?

Der Faire Handel verspricht, die Welt durch Konsum sozial gerechter zu machen und hat jährlich ein zweistelliges Wachstum. In der Flugschrift werden Erfolge des Fairen Handels benannt, aber auch seine Grenzen.

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Veröffentlicht am: Samstag 07. Dezember 2019

21. Allerweltsbasar: Fellenbergmühle Merzig

7. - 8. Dezember 2019, 10-18 Uhr

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Veröffentlicht am: Montag 16. September 2019

Faires und regionales Frühstück Merzig 00.09.2019

"Neues aus Merzig" und SZ berichteten

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Veröffentlicht am: Mittwoch 11. September 2019

Gewürze aus aller Welt – mal feurig, mal mild

Weltladen beim Markt der Köstlichkeiten, Merzig, 21.9./10-18h

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Veröffentlicht am: Samstag 07. September 2019

FAIRlaufen, 24.9.2019, Saarbrücken

Ein Stadtrundgang zu fairer Arbeit und fairem Konsum der NGG Saar und Aktion 3. Welt Saar

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Veröffentlicht am: Freitag 30. August 2019

NGG Saar und Aktion 3. Welt Saar laden ein: Weihnachtslesung mit Umtrunk

Saarbrücken, 10.12.2019, 18 Uhr

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Veröffentlicht am: Mittwoch 28. August 2019

Weltladen-Team lädt ein zum Vortrag mit Diskussion

Fairer Handel – Ist eine bessere Welt käuflich? Do, 12.9.2019, 20 Uhr, Weltladen Losheim

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Veröffentlicht am: Mittwoch 28. August 2019

Neue Öffnungszeiten des Weltladens Losheim am See

Samstags immer Aktionstag: „Auf einen Espresso in den Weltladen“

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FAIRlaufen

Ein Stadtrundgang zu fairer Arbeit und fairem Konsum am Beispiel von Lernorten in Saarbrücken

 

Konzeption und Copyright:
Gewerkschaft NGG – Nahrung-Genuss-Gaststätten, Region Saar
Aktion 3.Welt Saar e.V.


Die Premiere fand am Dienstag, den 24.September 2019 statt.
Die Stationen: Staatskanzlei / Starbucks / Mc Donalds / Primark (Lidl) / Stiefel

Die Idee

Der Faire Handel will die Situation der ErzeugerInnen im globalen Süden verbessern und setzt auf ethischen Konsum. Soweit so gut. Dabei wird der Begriff „fair“ einzig auf den globalen Süden angewendet. Zu einer fairen Welt gehören für uns auch faire Löhne - überall auf der Welt.

Wenn Lidl und Starbucks fairen Kaffee verkaufen und dafür von der Siegelorganisation „Transfair e.V.“ ausgezeichnet werden, dann ist das Greenwashing bzw. Fairwashing. Beide Firmen pflegen gleichzeitig einen sehr ruppigen Umgang mit Gewerkschaften. Hinzu kommt beim Transfair-Siegel eine deutliche Reduzierung der Kriterien im Fairen Handel. So werden mehr Produkte gesiegelt, aber nicht überall, wo fair drauf steht, ist auch wirklich fair drin (z.B. Mengenausgleich, z.B. Produkte von Großplantagen, z.B. bei Mischprodukten reicht ein Anteil von 20% für ein Fairtrade-Siegel). Deswegen verzichten die beiden großen Fair Handels Organisationen gepa und El Puente, aber auch WeltPartner Ravensburg auf das Transfair-Siegel auf ihren Produkten.

Die Gewerkschaft „NGG – Nahrung-Genuss-Gasstätten“ und die Aktion 3.Welt Saar e.V. haben gemeinsam einen FAIRlaufen - Stadtrundgang für Saarbrücken entwickelt, der dieses Defizit aufgreift. Wie kann ein verantwortungsvoller Konsum aussehen, der fair zu den ErzeugerInnen im Süden und fair zu den Angestellten im Norden ist?

Wir freuen uns, wenn die Konzeption „FAIRlaufen”der Aktion 3.Welt Saar e.V. und der NGG Saar von anderen NGOs in Ihren Kommunen aufgegriffen wird und ein Stadtrundgang zu „Faire Arbeit und Fairer Konsum“ organisiert wird. Sprechen Sie uns an. Aus Gründen der Fairness bitten wir um Nennung der Quellenangabe.


1. Station: Staatskanzlei an der Ludwigskirche

Faires Bundesland Saarland, aber bitte ohne gewerkschaftsfeindliche Unternehmen

Die CDU/SPD Landesregierung bekennt sich im Koalitionsvertrag 2017 – 2022 (16. Legislaturperiode) zum Fairen Handel und möchte faires Bundesland werden: „Das Saarland soll das erste faire Bundesland werden.“ (S.92, Koalitionsvertrag). Dies begrüßen wir. Nicht einverstanden sind wir mit der Präferenz gegenüber der Siegelorganisation „Transfair e.V.“, die ihr Siegel an gewerkschaftsfeindliche Unternehmen wie LIDL und Starbucks verkauft. Wir sind für ein faires Bundesland Saarland unter Ausschluss von Transfair e.V. In Vereinbarungen des Landes und der Kommunen soll dies sowie die Einhaltung gewerkschaftlicher Standards vereinbart werden.

Aus der gemeinsamen Erklärung von NGG und A3WS, 12.9.2017

„Gewerkschaft NGG und Aktion 3.Welt Saar e.V. unterstützen CDU und SPD Initiative für ein faires Bundesland Saarland –aber bitte ohne die gewerkschaftsfeindliche Politik von Transfair e.V.Fairer Handel –Eine bessere Welt ist nicht im Ladenregal käuflich„
Wir begrüßen die Absicht von CDU und SPD, das Saarland zum Fair-Handels-Bundesland zu entwickeln, sind aber dafür, dass dies ohne die Siegelorganisation Transfair e.V. geschieht.“ So bewertet Ingrid Röder von der Aktion 3.Welt Saar e.V. (A3WS) in einer gemeinsamen Erklärung mit der Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ Region Saar (NGG) den aktuellen Koalitionsvertrag von CDU und SPD.
Ein Teil der Fair-Handels-Akteure, allen voran Transfair e.V., die das gleichnamige Fair-Trade-Siegel vergibt, verhält sich seit vielen Jahren offen gewerkschaftsfeindlich und neoliberal. Für die NGG und die A3WS ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass die CDU/SPD Koalitionsregierung im Saarland ankündigt, das Saarland zu einem „fairen Bundesland“ zu machen, ohne auch nur mit einem Wort auf die Einhaltung gewerkschaftlicher Standards im fairen Handel einzugehen. Stattdessen sollte die Zusammenarbeit mit Fair-Handels-Organisationen wie zum Beispiel El Puente GmbH oder der kirchlich geprägten gepa gesucht werden.“
Hier geht es zur gesamten Erklärung (pdf).

 

2. Station: Starbucks Filiale, Europagalerie

Starbucks in der Europagalerie – kein Betriebsrat (nicht mehr)

Es gibt 27.000 Filialen weltweit.
Während 2010 in den USA Gewerkschafter entlassen wurden, verkündigte  Transfair stolz die Verleihung des Fairtrade Siegels an Starbucks für eine einzelne Kaffeesorte.  
Alle anderen Kaffeebohnen sind z.T. mit dem von Starbucks  initiierten C.A.F.E. Label gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um eine von Starbucks gegründete Non-Profit Organisation, die den Händlern den Einstieg in das Fair Trade System ermöglichen soll. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Aber auch das TransFair Siegel ist nur ein Siegel auf niedrigem Niveau. Ob Aldi, Rewe, Lidl – überall findet sich das TransFair Sigel. Es besagt nur, dass der Rohstoff Fair produziert wurde. Die Weiterverarbeitung und der Absatz der Produkte kann dabei äußerst unfair sein.

Am 14.3.2017 gaben die NGG und A3WS ihre erste gemeinsame Erklärung raus anlässlich der Tarifverhandlungen bei Starbucks. Darin heißt es:
„Es gehört heute für Unternehmen zum guten Ton, nach außen soziale Verantwortung (social responsibility) zu dokumentieren, auch wenn man damit wie im Falle von Starbucks offenbar nur soziales „Greenwashing“ betreibt. „Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass sowohl die „Fair-Trade-Stadt Saarbrücken“ wie auch die zahlreichen Nicht-Regierungsorganisationen aus der Fair-Handels-Bewegung zu diesem offensichtlichen Gegensatz schweigen“, so Roland Röder, Geschäftsführer Aktion 3. Welt Saar
„Soziale Gerechtigkeit und das Eintreten für gewerkschaftliche Rechte dürfen nicht weiter teilbar sein. Wer Starbucks mit „Transfair“ das bekannteste Fair-Trade-Siegel verleiht, muss auch den Mund aufmachen, wenn unfaire Löhne gezahlt werden. Fairer Handel muss automatisch auch für faire Arbeitsbedingungen stehen, “ so Mark Baumeister, Geschäftsführer NGG- Region Saar,  abschließend.“
Öffnet externen Link in neuem FensterHier geht es zur Erklärung.

Nicht nur bei dem Fair-Trade- Siegel wird getrickst!
Die Marke Starbucks und fast alle ihrer einzelnen Filialen wurden im Jahre 2016 von der polnischen Gesellschaft AmRest Coffee sp. z.o.o. & Co. KG übernommen. Im Einzelnen betraf dies 144 Standorte.

War es bereits mit dem amerikanischen Unternehmen nicht leicht eine Zusammenarbeit zu gestalten, wurde es durch AmRest umso schwerer. Die Beschäftigten wählten sich für beide Stores in Saarbrücken (Bahnhof- Straße und Europa Galerie) einen Betriebsrat. Aufgrund der hohen Fluktuation in der Belegschaft kam eine Zusammenarbeit mit der NGG nur schleppend zustande. Als diese enger wurde und der Organisationsgrad im Unternehmen besser wurde, begannen die Versuche der Einflussnahme auf das Gremium. Als Beispiel dient die Bereitstellung des Betriebsrat-Büros. Dieses befand sich am Lyoner Ring am anderen Ende der Stadt. Immer, wenn der Betriebsrat tagte oder tagen wollte, kamen Beschwerden darüber, dass dies so lange dauere. Betriebsrät*innen wurden in Einzelgesprächen angegangen und der Ablauf der Betriebsversammlungen wurde versucht zu unterbrechen.

Nach endlosen Auseinandersetzungen, auch vor Gericht, konnte der Betriebsrat für eine kurze Zeit in Ruhe arbeiten, nur um dann zu erfahren, dass die Filiale Bahnhof- Straße geschlossen werden soll und alle Kolleginnen der Filiale gekündigt werden sollen. Die Filiale ist zu, der Betriebsrat hat zum Wohle der Langzeitbeschäftigten einem Sozialplan und Interessenausgleich zugestimmt.

An einer Stammbelegschaft ist man von Seiten AmRest nicht interessiert. So äußerte sich bereits eine Managerin gegenüber dem Betriebsrat: „Wir wollen lieber Leute die wir befristet einstellen können.“ Wieso? Weil die Abhängigkeit von befristet Beschäftigten noch stärker ist als die von unbefristet Beschäftigten. Einen Betriebsrat gibt es nicht mehr bei AmRest in Saarbrücken.


3. Station: Systemgastronomie am Beispiel McDonalds, Europagalerie

Fast Food! Schnelles Essen zu lahmen Arbeitsbedingungen?  
50 Standorte im Saarland und kein einziger Betriebsrat


Keine Mitbestimmung in der saarländischen Systemgastronomie! (Mc Donalds, Burger King, Starbucks, KFC, u.a.) Mit dem Rückzug des Gremiums bei Starbucks ging der letzte Betriebsrat einer saarländischen Systemgastronomie. Bei ca. 50 Standorten, keinen Betriebsrat? Ein Unternehmen mit Milliardengewinnen wie Mc Donalds hat keine Mitbestimmungsstrukturen? Nicht im Saarland.

Durch das Franchise System ist diese Sache enorm erschwert worden. Die einzelnen Franchisenehmer gelten als eigenständige Betriebe und demnach müssen in unterschiedlichen Gebieten unterschiedliche Gremien gewählt werden. Es ist schlichtweg organisatorisch sehr schwierig, die unterschiedlichen Filialen und deren Belegschaften von der Sinnhaftigkeit einer Wahl zu überzeugen.

Doch es gibt einen Lichtblick: Unter dem Logo Öffnet externen Link in neuem FensterFAST FOOD WORKERS UNITED (FFWU)   sammeln sich bundesweit die Belegschaften in der Systemgastronomie. Von der Gewerkschaft NGG initiiert, gibt es Veranstaltungen mit praktischen Tipps zur Vernetzung und zu Mitbestimmungsrechten. Es tut sich was in der Systemgastronomie. Auch der Arbeitgeberverband BDS (Bund der Systemgastronomie) hat die Zeichen der Zeit erkannt und versucht mit NGG gemeinsam dem akuten Personal- und Fachkräftemangel entgegenzutreten. Ein erstes Projekt zur Integration Geflüchteter läuft bisher sehr gut an.  

 

4.Station: Primark  in der Bahnhofstraße

Primark – Kleider für den Einmalgebrauch

Primark ist ein irischer Konzern mit ca. 350 Filialen, davon 30 in Deutschland mit ca. 7.000 MitarbeiterInnen; aber nur fünf mit Betriebsrat. Sein Credo: Billige Textilien an überwiegend junge Menschen mit immer schnelleren neuen Wegwerf-Kollektionen (bis 24 im Jahr) Ihre Selbstdarstellung: „Amazing Fashin-Amazing Prices“ und „Die Produkte für Primark werden mit Achtung vor dem Menschen hergestellt“, so steht es auf der Webseite der irischen Modekette.

Auch 2006, als in Bangladesh eine Textilfabrik einstürzte und über 1000 ArbeiterInnen unter sich begrub, konnte man ähnliche Floskeln dort lesen. Auch Primark ließ dort arbeiten. Sie zahlten etwa 10 Millionen € Entschädigung. Demgegenüber steht jedoch ein Gewinn von 1 Milliarde €

Wenn man sich heute die Preise bei Primark anschaut, weiß man, dass sich seither nicht viel geändert hat. Laut der Christlichen Initiative Romero, die 10 Textilfabriken in Sri Lanka untersuchten, von denen 6 für Primark produzieren, wurde in keiner der Fabriken der von Primark propagierte Verhaltenscodex eingehalten. 80 Stunden Wochen, dabei noch nicht mal den Mindestlohn waren normal. Das Öffnet externen Link in neuem Fenstervollständige Ergebnis dieser Studie wurde 2019 anlässlich 50 Jahre Primark vorgestellt.

In Deutschland konnte ver.di nach sehr langen Auseinandersetzungen durchsetzen, dass Primark die regionalen Flächentarifverträge des Einzelhandels anwendet. Dies wurde ab Mai 2017 wirksam.
In Verruf geraten ist Primark auch durch sein dichtes Netz an Überwachungskameras, was von den Betriebsräten als Bespitzelung tituliert wird. Ebenso gibt es häufige Diebstahlkontrollen beim Personal, was auch in den Arbeitsverträgen festgehalten wird. Befristete Teilzeitverträge schaffen maximale Flexibilität – für Primark. Hinzu kommt der Stressfaktor fürs Personal durch die schiere Menge an durchgeschleusten Kleidern täglich, die auszupacken und nachzuräumen sind. Auch die Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz in Hessen z.B. haben demnach bereits anlassbezogene Kontrollen bei Primark durchgeführt. Die Klagen führten den hohen Lärmpegel und den Chemikaliengestank aus den Textilien an.

Grenzüberschreitung?
Bei dem System Primark stellt sich die Frage, ob eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen hier wie dort das Ziel sein kann, angesichts der Entwertung von Kleidung und ihrer Reduzierung auf einen Wegwerfartikel.
Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Bayern, hat dazu eine klare Meinung: "Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.", WELT 4.8.2012

5. Station: Lidl

(Da nicht im Zentrum von Saarbrücken ansässig, verzichteten wir auf den Gang dorthin)

Betriebsrat & Lidl: ein umkämpftes Terrain

Lidl gehört mit Kaufland zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm und unterhält 2.700 Filialen in Deutschland.

2006 hatte der Discounter Lidl Fairtrade-Kaffee und sechs weitere Produkte als erster Discounter ins Sortiment aufgenommen – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Arbeitsbedingungen dort anprangerte. Ver.di hatte 2004 mit seinem Schwarzbuch Lidl für maximale öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt, was zu Umsatzeinbußen führte. Der Konzern brauchte also dringend ein positives Image. Und genau dafür sorgte die Siegelorganisation TransFair, die voller Stolz verkündet, dass es nun Fairen Kaffee bei Lidl gibt.

Bei Lidl gelten die Tarifverträge für den Einzelhandel. Dennoch gibt es immer wieder „gewerkschaftsfeindliche“ Vorkommnisse, wie Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes und immer wieder werden Beschwerden über Bespitzelung, fristlosen Kündigungen wegen Lappalien oder Behinderungen von Betriebsräten laut. Betriebsrat & Lidl: ein umkämpftes Terrain. Zudem zählt Lidl mit zu den aggressivsten Preisdrückern auf dem deutschen und europäischen Markt.

Zu der Einführung des von Transfair gesiegelten Kaffees bei Lidl hatte die Aktion 3. Welt Saar e.V einen offenen Brief an die 38 Mitglieder von Transfair e.V. versendet: Zitat: "Während Lidl wegen seiner Billigpreispolitik und dem damit zwingend einhergehenden Unterlaufen gewerkschaftlicher, sozialer und ökologischer Standards zu Recht öffentliche Kritik auf sich zieht, erlauben Sie dem Konzern mit der Präsentation einiger weniger fair gehandelter Produkte einen großen Imagegewinn, der sprichwörtlich 'Bares' wert ist". Die Reaktion auf den offenen Brief: Schweigen und Aussitzen. Mitglieder bei Transfair e.V. sind u.a. Misereor, Brot für die Welt, Welthungerhilfe, Heinrich Böll Stiftung, Konrad Adenauer Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung u.a. Öffnet externen Link in neuem Fenstersiehe hier
Leitet Herunterladen der Datei einHier geht es zu dem Offenen Brief der Aktion 3.Welt Saar.

6. Station: Gasthaus Stiefel am St. Johanner Markt

Probleme in der Gastronomie aber auch ein positives Beispiel mit Betriebsrat : Das Gasthaus Stiefel


Der St. Johanner Markt – Sinnbild für die saarländische Gastronomie.
Fachkräftemangel? Haben wir den überhaupt? Oh, tatsächlich!

Keine Branche verliert schneller und mehr Fachkräfte als das Gastgewerbe. Die Statistiken sprechen Bände, brechen doch fast 50 % der Auszubildenden ihre Ausbildung ab. Jeder zweite Rechtsfall bei NGG Region Saar ist ein Fall aus dem Gastgewerbe. Bei einer sehr geringen Tarifbindung, Teildiensten an der Tagesordnung, unbezahlten Überstunden am Wochenende, wenig Freizeit und überschaubarem Lohn eine logische Folge. Nicht nur versuchte der DEHOGA (Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V.) lange, dieses Problem zu leugnen, was nach Sichtung der Statistiken durch die Wirtschaftsministerien des Bundes und der Länder dann nicht mehr gelang. Auch die Tatsache, dass man sich einer Beteiligung von NGG auf höchster Ebene verwehrt, ist nur einer der Gründe.

Ja, die Arbeit im Gastgewerbe ist und war hart. Ja, die Marge in der Gastronomie liegt nur bei ca. 3- 5 % , aber wieso darf quasi jeder einfach ein Restaurant, Hotel oder eine Kneipe aufmachen? Einziges mitbestimmtes Unternehmen in der saarländischen Gastronomie ist die Stiefel Gastronomie GmbH in Saarbrücken. Es ist nicht immer leicht im Stiefel aber man respektiert sich und versucht gemeinsam mit NGG und dem Betriebsrat dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Leider der einzige uns bekannte Leuchtturm im Gastgewerbe des Saarlandes.


NGG Region Saar, Fritz-Dobisch-Straße 5, 66111 Saarbrücken, 0681 / 476 73, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailregion.saar(at)ngg(dot)net, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ngg-saar.de

 

Aktion 3.Welt Saar e.V., Weiskirchener Str. 24, 66679 Losheim am See, 06872 / /9930-56, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailmail(at)a3wsaar(dot)de,
www.a3wsaar.de.

 

 

 

Hintergründe und Quellen:

- Gemeinsame Erklärung der NGG und der Aktion 3.Welt Saar e.V., 12.9.2017: Leitet Herunterladen der Datei ein„Fairer Handel - Eine bessere Welt ist nicht im Ladenregal käuflich“

- Leitet Herunterladen der Datei einFlugschrift „Fairer Handel: Ist eine bessere Welt käuflich“, gemeinsam hrsg. Aktion 3.Welt Saar e.V., Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, Winter 2015/2016 Auflage 140.000

- Öffnet externen Link in neuem Fenster"Fast Fashion Bilanz“  der Christliche Initiative Romero, 2019 zum 50-jährige Jubiläum des Modediscounters Primark. Die CIR lies zehn Fabriken in Sri Lanka untersuchen, wovon sechs für Primark und sieben für C&A fertigen, sowie die globalen Auswirkungen der Fast Fashion Industrie insgesamt und ihrer Einkaufspraktiken im Besonderen.

-Öffnet externen Link in neuem Fenster "Kritik an der Organisation 'Transfair' - Für Greenwashing gefeiert. 'Transfair' verteilt Fairtradesiegel – und soll bald mit der Saar-Regierung zusammenarbeiten. Die Organisation gilt jedoch als gewerkschaftsfeindlich.", taz vom 16.10.2017, von Hermannus Pfeifer 

- Öffnet externen Link in neuem FensterVerdi Infoblatt mit Hintergründen zu Primark, Juli 2018

- Öffnet externen Link in neuem FensterHintergrundinfo, warum die GEPA seit 2011/2012 das Fairtrade-Siegel nicht mehr auf den Verpackungen verwendet

- Öffnet externen Link in neuem Fenster"Der Faire Handel unter der Lupe - Grenzen des fairen Handels", von Café Libertad Kollektiv, Februar 2018. Sehr ausführliche Auseinandersetzung mit Fairem Handel und den einzelnen Akteuren und ausführlicher Kritik an Transfair e.V.

- Öffnet externen Link in neuem Fenster„Hauptsache billig? - Das System Discounter“, ZDF Doku zu Arbeitsbedingungen bei Lidl, Netto und Norma vom 3.10.2019 (Video verfügbar bis 7.11.2020)

- Leitet Herunterladen der Datei einOffener Brief der Aktion 3.Welt Saar zu der Einführung des von Transfair gesiegelten Kaffees bei Lidl  vom 4.5.2006 an die 38 Mitglieder von Transfair e.V.

- Öffnet externen Link in neuem Fenster„Stellungnahme zur Kooperation von Lidl und TransFair“ 25.4.2006, Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. mit Verweis auf die unfairen Arbeitsbedingungen bei Lidl

-Öffnet externen Link in neuem Fenster „Pakt mit Lidl gilt als zu hoher Preis –‚Transfair‘-Pläne zur Kooperation mit dem Lebensmitteldiscounter stoßen auf wenig Gegenliebe: Fairer Handel darf keine Einbahnstraße sein“, Paulinus , Nr.13/2006 mit Stellungnahme der Aktion 3.Welt Saar e.V.

-Öffnet externen Link in neuem Fenster „Fördert Lidl den Fairen Handel?“, Biohandel, Juni 2006, Pro und Contra mit Stellungnahmen von Aktion 3. Welt Saar e.V.  und Transfair e.V.

- „Öffnet externen Link in neuem FensterStreit um Produkte aus Fairem Handel bei Lidl“, Entwicklungspolitikonline (epo), 06.06.2006, Artikel über den offenen Brief der Aktion 3. Welt e.V. an die 38 Mitglieder von Transfair e.V.

- Öffnet externen Link in neuem Fenster Kritisches Positionspapier des Forum Fairer Handel zur Möglichkeit des „Mengenausgleichs“ im Systemvon Fairtrade International, mai 2014

- Öffnet externen Link in neuem Fenster“Fair Trade wird salonfähig“, aus WELT-SICHTEN, 09.08.2012, von Claudia Mende. Kritischer Artikel zu Fairem Handel und den Praktiken von Transfair e.V.

 

FAIRlaufen entstand mit Unterstützung von:

            

Die Erstellung dieser Konzeption wird unterstützt von der Fachpromotorenstelle "Global nachhaltige Landwirtschaft", die bei der Aktion 3.Welt Saar e.V. angesiedelt ist. Mehr Infos gibt es hier.