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Aktuelles

Faire Arbeit – faire Löhne – faire Milchpreise

Gemeinsame Erklärung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (LV Saar) und der Aktion 3.Welt Saar zum 1. Mai 2010

Veröffentlicht am 30.04.2010

Irgendwie verrückt. Obwohl genügend Nahrungsmittel weltweit produziert werden, werden nicht alle Menschen satt. Das Paradies, in dem für alle Menschen auf der Welt Milch und Honig fließen, wäre machbar. Und dann gehen Bauern in Deutschland hin und gießen Millionen Liter Milch auf ihre Felder. Spinnen die? Nein, sie spinnen nicht, sie handeln aus Verzweiflung über einen katastrophal niedrigen Milchpreis, der unter den Produktionskosten liegt. Dahinter steht eine Milchpolitik der EU und der BRD, die eine gezielte Überproduktion von rund 5% fördert, um den Milchpreis niedrig zu halten. Die Kosten tragen Bauern und Bäuerinnen hier UND in der sogenannten 3. Welt: Dorthin wird ein Teil der überschüssigen Milch als Milchpulver mit EU-Subventionen billig verkauft. Dies zerstört einheimische Märkte. Dagegen regt sich Widerstand zum Beispiel vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) und der Aktion 3.Welt Saar. Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützt dagegen die aktuelle Landwirtschaftspolitik.

Welche Landwirtschaft willst Du?

Der Milchpreis, den die Bauern erhalten, geht uns alle etwas an. Denn letzten Endes geht es um die Frage, ob diese Gesellschaft eine bäuerliche Landwirtschaft oder eine     industriell betriebene Landwirtschaft will. Landwirtschaft wird es immer geben, aber welche wollen wir. Mit dem Milchpreis, der in den letzten Monaten zwischen 20 und 25 Cent / Liter liegt, können Bauern nicht überleben. Erst ein Preis von 40 Cent pro Liter wäre Kosten deckend. Dazu gibt es eine Alternative: DIE FAIRE MILCH. Sie wird regional produziert, ohne Gentechnik, ohne Futtermittel aus der 3. Welt und mit einem gerechten Preis für die Bauern. Es gibt sie bereits in Hessen, Ba-Wü und Bayern. Aber viele Molkereien weigern sich bisher, diese Milch abzufüllen und in den Handel zu bringen. Die Milchbauern wären dazu bereit.

Warum sollen Bauern und Gewerkschaften kooperieren?

Der aggressive Marktradikalismus, der seitens der Wirtschaft im Wunsch nach immer stärkerem Abbau von gewerkschaftlichen Tarifverträgen zum Ausdruck kommt, betrifft Arbeitnehmer wie Bauern gleichermaßen. Genauso wie Arbeitnehmer durch Rechte geschützt werden müssen, muss dies auch für die Produzenten von Lebensmitteln, also Bauern und Bäuerinnen, gelten. Das gleiche Wirtschafts- und Denksystem, das Arbeitnehmer dazu zwingt, immer schneller für weniger Geld zu arbeiten, zwingt auch die Produzenten von Lebensmitteln immer mehr für weniger Geld zu produzieren. Am deutlichsten wird dies im Bereich der Discounter: So wie gegenüber Arbeitnehmern ein aggressives Mobbing – z.B. Kameraüberwachung und Verbot, Betriebsräte zu gründen – betrieben wird, so findet dieses Vorgehen seine Entsprechung in der Abhängigkeit der Milchbauern von den Molkereien. Die Molkereien führen die Preisverhandlungen mit dem Lebensmittel-Einzelhandel und geben erst NACH Abzug ihrer Kosten den Milchbauern das weiter, was übrig geblieben ist. Den letzten beißen die Hunde, denn der Neoliberalismus ist nicht plötzlich nach der einen Seite sozial und fair.

Im März 2010 besuchte Eugen Roth vom DGB Saar den Milchviehbetrieb von Joachim Boesen, BDM Landesvorsitzender Saarland und diskutierte mit mehreren Milchbauern und –bäuerinnen. Die gemeinsame Pressemitteilung des DGB und BDM ist einsehbar auf den Webseiten des DGB Saar und der Aktion 3.Welt Saar.

Kontakt und weitere Informationen:
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter
Joachim Boesen, Landesvorsitzender Saarland, Von-Vah-Str.43, 66693 Mettlach-Faha, E-Mail: jomoboesen@gmx.de
Katharina Laub, BDM-young, E-Mail: Katharina_Laub(at)gmx(dot)net

Aktion 3.Welt Saar
c/o Barbara Hilgers, Roland Röder,
Weiskirchener Str. 24, 66679 Losheim am See, Telefon 06872 / 9930-56,
E-Mail: mail@a3wsaar.de, www.a3wsaar.de

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